Als Elvis Presley 1960 aus diesem Flugzeug stieg, wurde er von Reportern umschwärmt. Sie wollten wissen, ob er zum Rock’n’Roll zurückkehren würde. Er sagte ihnen ja. „Solange die Leute es wollten“, sagte er.
Er hat gelogen. Zumindest meinte er es nicht so, wie sie dachten.
Elvis und Colonel Tom Parker hatten einen anderen Plan. Sie würden genau die gleichen Maschinen einsetzen, die seinen Ruhm begründeten – Schallplatten, Fernsehen, Filme –, um das Image des Rock’n’Roll-Rebellen vollständig zu demontieren.
Die Rockszene brannte sowieso nieder
Lassen Sie uns klar sein. Der Rock’n’Roll war 1960 nicht mehr die coole, rebellische Kraft wie 1958. Es war ein Chaos.
Little Richard kämpfte gegen den IRS. Chuck Berry wurde wegen Verstoßes gegen den Mann Act verhaftet. Jerry Lee Lewis? Er heiratete seine 13-jährige Cousine, während er noch mit einer anderen Person rechtmäßig verheiratet war. Dieser Skandal hat nicht nur Lewis geschadet; es malte das gesamte Genre mit einem Pinsel der Entartung.
Dann kamen die Todesfälle.
Kumpel Holly. Ritchie Valens. Der große Bopper. Eddie Cochran. Bei einem einzigen Flugzeugabsturz verschwunden. Es war ein Vakuum. Und in dieses Vakuum traten die Balladensänger. Die frenetische Energie des frühen Rocks ließ nach und wurde durch sanftere, sicherere Klänge ersetzt. Schon 1958 begrüßten die Zeitschriften diesen Wandel.
Als Elvis zurückkam, hieß es in den Schlagzeilen: „Die Armee hat aus Elvis einen neuen Mann gemacht.“ Der Colonel nahm diese gute Publicity auf und lief damit weiter. Er verkaufte einen erwachsenen, sicheren Elvis. Eines, das Vorstadtmüttern keine Angst machen würde.
Kritiker sprechen von einem Rückgang. Sie verfehlen den Punkt. Es war ein kalkulierter geschäftlicher Schachzug. Sie tauschten Bekanntheit gegen Massenattraktivität ein. Und finanziell? Es hat perfekt funktioniert.
Das Symbol dieses Todes? Der Haarschnitt.
Zur Einführung ließ sich Elvis seinen berühmten Entenschwanz scheren. Er hat es nie nachwachsen lassen. Nicht immer. Das war das Ende des Rebellen.
Die erste Sitzung fand nicht mit den üblichen Verdächtigen statt
Zwei Wochen nach seiner Entlassung flog Elvis nach Nashville. Erste Aufnahmesession seit fast zwei Jahren.
Er brachte Scotty Moore und D.J. Fontana. Alte Freunde. Aber Bill Black war weg.
Black war jahrelang der Bassist, der Kitt des frühen Memphis-Sounds. Aber er gab Ende 1957 auf. Warum? Geld.
Scotty und Bill verdienten in Memphis 100 Dollar pro Woche. 200 $ unterwegs. Im Jahr 1957 war das knapp. Der Oberst hielt die Löhne niedrig. Elvis war nicht dafür bekannt, dass er seine Crew großzügig bezahlte. Black gründete die Bill Black Combo und landete 1959 mit „Smokie“ einen Hit. Er zog weiter.
Moore und Fontana blieben, aber zu unterschiedlichen Bedingungen. Moore arbeitete bis 1969 freiberuflich. Fontana hatte einen separaten Vertrag, der ihm mehr Freiheiten gab.
Den Pop-Sound von Grund auf aufbauen
Elvis hat nicht nur mit seiner alten Band aufgenommen. Er stellte Profis aus Nashville ein.
Floyd Cramer am Klavier. Die Jordanaires als Backup-Gesang. Das war nicht der rohe Garagenband-Sound von Sun Records. Dies wurde poliert. Studiogefertigt.
Der erste Titel? „Bei Dir hängengeblieben.“ B-Seite: „Fame and Fortune“.
Anfang April eilte er zurück zu RCA, um das Album fertigzustellen. Ende April erschien Elvis Is Back!. RCA hatte das Album in weniger als zwei Monaten aufgenommen, geschnitten und gepresst. Es war überall.
Das war keine Rückkehr zur Form. Es war eine neue Form. Die Rock’n’Roll-Katze war tot. Der Popstar lebte und es ging ihm gut.





















