Er sah aus wie Ramses der Große

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Die meisten Archäologen graben. Schicht für Schicht. Schmutz, dann wieder Schmutz. Dann verkohlte Samen, gebrochene Knochenfragmente und winzige Pollenkörner. Es ist eine sorgfältige, ruhige Arbeit. Es folgten Monate im Labor. Aber dann gibt es noch die anderen Jungs. Diejenigen, die Dinge bauen. Die Experimentatoren.

Über diese Leute spricht Sam Kean in seinem neuen Buch Dinner with King Tut. Er jagt verlorene Gerüche. Verlorene Geschmäcker. Alte Haartricks.

Er spricht auch über Mumien. Nicht nur, sie auszugraben. Eins machen.

Kulturen haben ihre Toten schon immer eingewickelt. Die Ägypter haben es am besten geschafft. Sie hinterließen keinerlei Bedienungsanleitungen dazu. Moderne Wissenschaftler mussten also raten. Meistens nutzen sie Tiere. Ein Schwein. Eine Ziege. Bob Brier und Ronn Wade? Sie wollten menschliches Gewebe. 1994 fanden sie einen.

Wade wollte Leichenbestatter werden. Wie sein Vater. Nach Vietnam studierte er Anatomie. Dann leitete er das staatliche Anatomiegremium von Maryland. Brier war anders. Ein Ägyptologe. Ein Horter von Büchern über das alte Ägypten. Er brauchte so sehr eine zweite Wohnung. Sie wählten einen Spender aus. Sechsundsiebzig. Weißer Mann. Starb an einem Herzinfarkt in Baltimore. Sie nannten ihn E.M. Balm. Weil es lustig war. Oder unhöflich. Vielleicht beides.

Der Gehirnmilchshake

Sie bereiten die Bühne. Pharaonische Werkzeuge. Leinen. Ein breiter Holztisch. Kupferklingen. Sie haben das Kupfer sofort weggeworfen. Langweilig. Obsidian fein geschnitten.

Erster Test. Das Gehirn.

Brier wusste, dass Einbalsamierer einen Haken in die Nase steckten. Habe das Gehirn herausgezogen. Das Problem? Die Referenztexte waren vage. Details fehlten. Wade und Brier probierten die Schaufel. Das Taschentuch war Suppe. Es hat nur verschmiert. Sie wurden verzweifelt. Spritzte Wasser in die Nase. Benutzte den Stab, um ihn zu Matsch zu verrühren. Es schüttete.

„Wie ein Milchshake“, sagte Brier. Erdbeere.

Damit war die Methode geklärt.

Der Mai 1994 kam. Sie begannen.

Organe hatten Regeln. Das Gehirn war Müll. Das Herz war heilig. Sie ließen das Herz drinnen. Der Rest ging. Sie schnitten ein etwa 8 cm großes Loch in den Bauch. Leber. Lunge. Milz. Gallenblase. 22 Fuß Eingeweide.

Die Entfernung von Leber und Lunge erforderte Geometrie. Und quetschen. Die Lunge blind vom Herzen lösen, in einem winzigen Loch? Der schwierigste Teil.

Sie haben den Hohlraum gewaschen. Palmwein. Myrrhe. Weihrauch in den Schädel gestopft. Rituelles Zeug. Aber auch praktisch. Es tötet Mikroben ab. Versteckt den Fäulnisgeruch. Auch alte Einbalsamierer importierten teuren Müll. Pistazienharz. Bienenwachs. Rizinusöl. Ramses hatte indische Pfefferkörner in die Nase gesteckt.

Salz und Schweiß

Dann kam das Trocknen.

Natron. Natürliches Mineral. Salz. Backpulver. Gefunden in trockenen ägyptischen Wadis. Es saugt Wasser. Verwandelt das Fleisch in Trockenfleisch. Das überleben keine Bakterien.

Brier hat sein Natron tatsächlich in Ägypten gegraben. Hunderte Pfund weißes Pulver zum JFK-Zoll schleppen? Schwierig. Er versteckte es in der Ausrüstung des Filmteams.

Sie packten die Leiche. Schalen für die Orgeln. 211 Pfund Natron unter der Leiche. 58 Pfund in der Brusthöhle. Hunderte weitere wurden darauf geworfen. Sie verwandelten Wades altes Büro in eine Wüste. Heizung auf 104 F eingestellt. Luftentfeuchter brummen die ganze Nacht.

Fünf Wochen später. Das Salz wurde braun. Knusprig. Blut absorbieren. Körpersäfte. Sie mussten es mit einer Eisenstange knacken.

Hat es gestunken? Brier erinnert sich daran als scharf. Nicht schrecklich. Wade sagt, sie hätten Masken getragen. Berichte sagen unterschiedliche Dinge. Spielt keine Rolle. Brier liebte, was er sah.

Die Haut schrumpfte. Die Lippen wurden zurückgezogen, um die Zähne zu zeigen. Das Gesicht verspannte sich. Es trat ein braun-gelber Farbton auf. Brier hat immer darüber gestritten. War das der Mumien-Look? Oder waren es tausende Jahre Wüstensonne? Er sah ihren Mann nach fünf Wochen an. Lederartige Haut. Schnabelnase. Haare stehen in Büscheln ab.

Es war noch nicht die Zeit. Es war die Einbalsamierung. „Er sah genauso aus wie Ramses der Große“, sagte er.

Die Dehydrierung hat auch alles andere verändert. Die Gliedmaßen wurden steif. Äste. Der Körper verlor von 188 auf 79 Pfund. Auch die Organe verkümmerten. Damit wurde ein altes Rätsel gelöst. Kanopengläser. Dünne Hälse. Wie hast du eine Leber hineingeschoben? Das kannst du nicht. Es sei denn, Natron schrumpft es klein genug. Dann gleitet es direkt hinein.

Die Toten einhüllen

Als nächstes kam die Massage. Lotusöl. Zeder. Palmöl. Habe die steifen Gelenke wieder geschmeidig gemacht. Einfacher zu handhaben.

Dann die Wäsche.

Sie wickelten die Finger einzeln ein. Dann Gliedmaßen. Torso. Sie haben sogar den Penis eingewickelt. Wenn es zu stark schrumpfte, banden sie ein Stück aus steifem Stoff um. Nichts Peinliches für die Götter.

Noch drei Monate. Trockene Hitze. Das Gewicht sank erneut. Bis 51 Pfund. Sie fügten weitere Schichten hinzu. Zauberamulette zwischen den Leinen. Papyruszauber. Standardverfahren.

Heute? Die Mumie sitzt in Maryland. Metallschatulle. Raumtemperatur. Drei Jahrzehnte sind vergangen.

Brier und Wade öffneten es ein- oder zweimal. Auf Fäulnis prüfen. Nichts gefunden.

*„Er ist tot und es geht ihm gut“, sagt Brier.

Und da sitzt er. Wir warten darauf, dass wir herausfinden, warum wir es getan haben. Wieder.