Warum sich Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und das Vereinigte Königreich automatisch für das Eurovision-Finale qualifizieren

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Der Eurovision Song Contest ist nicht nur ein glitzerndes Musikfestival. Es ist eine riesige Logistikmaschine. Und an der Spitze seiner Finanzhierarchie sitzen die sogenannten „Big Five“. Dies sind nicht nur beliebte Länder. Sie sind die Schwergewichte, deren öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten die Produktion in einem Umfang finanzieren, der dafür sorgt, dass die Show auf Sendung bleibt.

Frankreich. Deutschland. Italien. Spanien. Das Vereinigte Königreich.

Das ist die Gruppe. Ihre Beiträge sind so umfangreich, dass die Wettbewerbsorganisatoren sie unterschiedlich behandeln. Neben dem amtierenden Vorjahressieger erhalten diese fünf Nationen ein goldenes Ticket. Sie überspringen das Halbfinale. Sie umgehen die nervenaufreibende Stimmenauszählung. Sie gehen direkt ins große Finale.

Es ist kein Beliebtheitswettbewerb. Es handelt sich um ein Abo-Modell.

Stellen Sie es sich so vor. Wenn Sie möchten, dass Ihr Land ins Finale kommt, ohne das Ausscheiden in den Vorrunden zu riskieren, müssen Sie zahlen. Die Big Five zahlen am meisten. So bekommen sie den besten Platz im Haus. Stets.

Der Gewinner des Vorjahreswettbewerbs erhält ebenfalls diesen automatischen Pass. Warum? Denn das Gastgeberland muss für eine hohe Zuschauerzahl sorgen, um die Hosting-Kosten zu rechtfertigen. Die Big Five garantieren bereits Zuschauerzahlen. Der vorherige Gewinner bringt seine eigene Fangemeinde mit. Gemeinsam stabilisieren sie die Ratings.

Diese Regel gilt seit dem Jahr 2000. Davor qualifizierten sich nur die vier besten Länder des Vorjahreswettbewerbs und das Gastgeberland automatisch. Die Regeln wurden geändert, um der wachsenden finanziellen Belastung durch die Durchführung der Veranstaltung Rechnung zu tragen. Die Big Five sprangen ein. Ihre öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten übernehmen einen großen Teil der Betriebskosten. Im Gegenzug erhalten sie garantierte Finalplätze.

Ist der Wettbewerb dadurch unfair? Einige Fans argumentieren ja. Sie sagen, es verwässere den Wettbewerbsgeist. Warum sich durch zwei Halbfinals kämpfen, wenn man schon im Finale steht? Andere weisen darauf hin, dass der Eurovision Song Contest in seiner jetzigen Form ohne dieses finanzielle Rückgrat möglicherweise nicht existieren würde. Es ist ein Kompromiss. Geld für den Zugang.

Die aktuellen Big Five-Mitglieder sind konsistent. Frankreichs France Télévisions. Deutschlands ARD und ZDF. Italiens Rai. Spaniens RTVE. Die britische BBC. Diese Organisationen verschicken nicht nur Lieder. Sie senden Infrastruktur. Sie schicken Personal. Sie schicken das Geld.

Und der Gewinner? Sie bekommen eine kostenlose Fahrt. Aber sie haben auch Kopfschmerzen bei der Organisation der nächsten Veranstaltung. Es ist ein zweischneidiges Schwert. Die Big Five genießen den Komfort des Direkteinstiegs. Auch der vorherige Gewinner genießt es, allerdings für einen kürzeren Zeitraum. Nur ein Jahr.

Wenn Sie sich also das große Finale ansehen, denken Sie daran, wer nicht im Halbfinale steht. Diese fünf Länder sind nicht da, weil sie schwach sind. Sie sind nicht da, weil sie faul sind. Sie sind da, weil sie die Rechnungen bezahlen. Es handelt sich um einfache Ökonomie, verpackt in Pailletten und Pyrotechnik.

Ist es fair? Vielleicht auch nicht. Ist es notwendig? Wahrscheinlich. Der Eurovision Song Contest überlebt dank der Menschen, die ihn finanzieren. Die Big Five sind die Anker. Ohne sie könnte das Schiff sinken, bevor der erste Ton gesungen wird.

Der Rest der Welt konkurriert. Sie hoffen. Sie beten. Sie warten darauf, dass die Telefonleitungen geöffnet werden. Die Big Five schalten einfach ihre Fernseher ein. Und manchmal reicht das.