Die meisten Sterne sterben ganz leise. Sie kollabieren, explodieren, hinterlassen einen Neutronenstern oder vielleicht ein Schwarzes Loch, und die Druckwelle streut ionisiertes Gas in die Kälte. Standardmaterial.
Aber dann gibt es die Ausreißer. Die Superluminösen.
Sie sind blendend hell, zehn- bis hundertmal heller als normale Kernkollaps-Supernovae. Jahrzehntelang beobachteten Astronomen, wie diese Monster den Himmel erleuchteten, ohne eine klare Erklärung dafür zu haben, woher diese zusätzliche Energie kam. Zu viel Kraftstoff ausgebrannt? Wechselwirkende Trümmer? Vielleicht.
Nun hat das Fermi-Gammastrahlen-Weltraumteleskop der NASA eine Theorie. Es handelt sich um Magnetare. Ultramagnetische, sich schnell drehende Neutronensterne mit Feldern, die stark genug sind, um Atome auseinanderzureißen.
Fermis Large Area Telescope hat wahrscheinlich Gammastrahlen eines solchen Ereignisses eingefangen. Es war SN 2017egm und ereignete sich in NGC 3190, einer Balkenspiralgalaxie, die etwa 440 Millionen Lichtjahre entfernt im Ursa Major versteckt ist.
Guillem Martí-Devesa vom Institut für Weltraumwissenschaften in Spanien leitete die Jagd. Sie untersuchten die sechs nächstgelegenen superleuchtenden Supernovae, die Fermi im Laufe von sechzehn Betriebsjahren jemals gesehen hatte. Nur SN 2017egam zeigte Gammastrahlen. Nur einer.
„Nur SN 2017 zeigt Hinweise auf Gammastrahlen… Dies eröffnet ein neues Fenster für die Untersuchung dieser faszinierenden Ereignisse.“
Es bestätigt alte Gerüchte, dass manche Explosionen in hochenergetischer Gammastrahlung genauso stark leuchten wie im sichtbaren Licht. Ein Double-Header.
Warum ist es wichtig?
Denn Licht braucht Energie. Zusätzliches Licht erfordert einen zusätzlichen Motor. Theoretiker vermuten seit langem, dass Magnetare dieser Motor sind. Diese Objekte drehen sich hunderte Male pro Sekunde. Ihre Rotation schleudert Elektronenwolken heraus und postuliert Antimaterie-Gegenstücke. Es entsteht ein Magnetarwindnebel. In dieser Wolke herrscht Chaos. Teilchen kollidieren, vernichten sich und verwandeln sich in Gammastrahlen.
Aber hier ist die Wendung.
Die Gammastrahlen können nicht sofort entweichen. Die Supernova-Trümmer sind zu dicht. Stattdessen springen sie herum, verlieren Energie und verwandeln sich in sichtbares Licht mit niedrigerer Energie. Dieser Prozess sorgt für die extreme Helligkeit.
Fabio Acero von der Universität Paris-Saclay stellte fest, dass das Magnetarmodell perfekt zu den ersten Monaten passt. Die Leuchtkraft verfolgt die Ankunftszeit der Gammastrahlung. Aber dann werden die Daten seltsam. Das Licht wird unregelmäßig ausgeblendet. Das einfache Modell bricht zusammen.
Wahrscheinlich greifen andere Kräfte ein. Trümmer fallen zurück auf den Magnetar. Schockwellen treffen auf Material, das der Stern Jahrhunderte zuvor ausgestoßen hatte. Ein chaotisches Spätleben.
Der Artikel erschien in Astronomie und Astrophysik. Es ist keine vollständige Lösung. Weit gefehlt. Aber es ist ein Anfang.
War der Magnetar also allein? Wahrscheinlich nicht. Aber es war definitiv da und pumpte Energie in die Explosion, als niemand ein solches Signal aus dem ganzen Universum erwartet hatte.
Es bleibt die Frage, wie viel von diesem unregelmäßigen Verblassen im Spätstadium physikalischer Natur ist und wie viel reines Chaos. Der Raum antwortet in der Regel weder eindeutig noch eindeutig. 🌌
F. Acero et al., 2026. Astronomie & Astrophysik
