Julia Child: Die OSS-Spionin, die Amerika beibrachte, Französisch zu kochen

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Sie war nicht immer eine kulinarische Ikone. Bevor sie für Millionen von Zuschauern Omelettes anrichtete, war Julia Child eine Spionin.

Child absolvierte das Smith College und diente während des Zweiten Weltkriegs im Office of Strategic Services (OSS). Das ist der Vorläufer der CIA. Dort lernte sie im Geheimdienst ihren zukünftigen Ehemann Paul Cushing Child kennen. Sie heirateten. Sie sind umgezogen. Und dann nahm das Leben eine scharfe Linkskurve weg von der Spionage und hin zur Küche.

Nach dem Krieg zog das Paar nach Paris. Kind ist an der renommierten Kochschule Le Cordon Bleu eingeschrieben. Sie tauchte nicht nur ihre Zehen hinein; Sie tauchte ein. Sie war Mitbegründerin der L’École des Trois Gourmandes, einer Kochschule, die sich schließlich zum heutigen berühmten Campus Le Cordon Bleu in Paris entwickeln sollte. Sie lernte die Grundlagen der traditionellen französischen Küche kennen und beherrschte Techniken, die den meisten Amerikanern damals unbekannt waren.

Dann kam die Verlagerung in die Staaten.

1961 zogen Child und Paul nach Cambridge, Massachusetts. Im selben Jahr veröffentlichte sie Mastering the Art of French Cooking. Das Buch war ein Biest. Es war dicht, detailliert und bemerkenswert klar. Kritiker lobten es für seine Vollständigkeit. Hobbyköche kauften es nicht nur, um Rezepte zu lernen, sondern auch, um das „Warum“ hinter den Gerichten zu verstehen.

Aber die eigentliche Explosion ereignete sich im Fernsehen.

Im Jahr 1962 wurde „The French Chef“ uraufgeführt. Es war eine der ersten öffentlich-rechtlichen Fernsehsendungen, die große Beachtung fand. Die Serie lief über 206 Episoden. Das Kind war nicht nur anwesend; sie demonstrierte. Sie hat gehackt. Sie bewegte sich. Gelegentlich ließ sie Zutaten auf den Boden fallen und lachte darüber. Es war ungeschliffen, menschlich und absolut fesselnd.

Die Show überzeugte viele Amerikaner, die französische Küche zu Hause auszuprobieren, und entmystifizierte Techniken, die früher ausschließlich europäisch erschienen waren.

Vor The French Chef galt die französische Küche oft als elitär oder unzugänglich. Kind machte es zugänglich. Sie zeigte, dass Butter, Sahne und komplexe Saucen nicht den Reichen oder Gebildeten vorbehalten waren. Sie waren für jeden gedacht, der bereit war, eine Schürze anzuziehen.

Bei ihrem Einfluss ging es nicht nur ums Essen. Es ging um Selbstvertrauen. Sie hat bewiesen, dass man keinen französischen Akzent braucht, um französisches Essen zu kochen. Man brauchte nur die richtigen Zutaten und die Bereitschaft, es auszuprobieren.

Cambridge wurde zum Mittelpunkt ihres Nachkriegslebens. Das Buch wurde zum Bestseller. Die TV-Show wurde zu einem kulturellen Phänomen. Und der OSS-Spion, der in Paris kochen lernte, wurde zum Gesicht der amerikanischen Kochausbildung.

Sie brachte den Leuten nicht nur bei, wie man Beef Bourguignon macht. Sie brachte ihnen bei, wie man über Essen nachdenkt.