Schmetterlinge, Hitze und ein zweites Leben für einen alten Parkpavillon

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In Brighton riecht es jetzt wie im Regenwald.

Stanmer Park verbirgt etwas. Nun ja, eigentlich weniger verstecken und mehr preisgeben. Hinter der historischen Steinfassade des Stanmer House versteckt sich ein viktorianisches Palmenhaus. Jahrelang verfiel es, wurde vernachlässigt und den Elementen überlassen. Dann, vor nicht allzu langer Zeit, beschloss jemand, dass es mehr kann, als nur Moos zu sammeln.

BBC Radio Sussex kam vor der Eröffnung vorbei. Der Ort war noch nicht ganz fertig. Nicht vollständig. Aber man konnte die Arbeit spüren. Am Eingang hängen Streifenvorhänge aus Kunststoff, die im Luftzug flattern. Du gehst durch sie hindurch. Zuerst kommt die Luft – heiß, nass, schwer. Achtzig Prozent Luftfeuchtigkeit, dreißig Grad. Ihr Haar könnte sofort kräuseln. Dann die Farbe. Überall Blumen. Pflanzen strecken sich aus.

Die Schmetterlinge wurden noch nicht losgelassen.

Matt Simmonds, der Gründer des Sussex Butterfly House, sieht zu, wie die letzten Arbeiten ausgeführt werden. Er sieht ein Klassenzimmer, das darauf wartet, durchzuatmen. Sobald sich die Netze lösen, fliegen Tausende von Lebewesen in die Luft. Bis zu dreitausend, sagt er. Es sind viele Flügel auf kleinem Raum.

„Du kommst rein“, erklärt Matt, „und du bist in einem Dschungel.“

Nicht nur ein optischer Trick. Es fühlt sich an wie eins. Er möchte, dass die Besucher durch den Stanmer Park selbst schlendern und beobachten können, wie Arten aus allen Teilen der Welt an ihren Gesichtern vorbeifliegen. Die Starshow? Der blaue Morpho. Heimisch in Mittelamerika. Seine Flügel sind schillernd blau und scheinen sich je nach Lichteinfall zu verändern, während sie durch die feuchte Luft fliegen. Es ist das Highlight.

Aber warte. Ist das nur für Touristen?

Nein. Das ist nur die halbe Wahrheit. Matt verkauft nicht nur Tickets. Er arbeitet mit dem Plumpton College zusammen. Der Raum ist ein lebendes Klassenzimmer. Studierende, die sich mit tropischen Wirbellosen befassen, müssen wissen, wie diese Umgebungen tatsächlich funktionieren, und dürfen nicht nur in einem trockenen Lehrbuch darüber lesen.

Praktisch. Echter Dreck, echte Hitze, echte Käfer.

Beth Brockwell, eine ehemalige Plumpton-Studentin und jetzt Projektleiterin, vertritt diesen Aspekt noch stärker. Bildung ist hier kein Schlagwort; es ist das Ziel. Naturschutz hängt mit allem zusammen.

„Wir müssen den Leuten bewusst machen, was hinter den Kulissen passiert“, sagt Beth. Sie weist auf eine harte Wahrheit hin. Ohne Bestäuber – Schmetterlinge eingeschlossen – bricht die Nahrungskette. Keine Blumen. Kein Essen. Keine Pflanzen. Einfache Ursache und Wirkung.

Ohne Schmetterlinge gibt es keine Nahrung, keine Blumen.

Die Öffentlichkeit kann am 23. Mai eintreten. Bis dahin warten die Schmetterlinge in ihren Netzen. Das Haus brummt vor Vorbereitungen.

Es ist ein ungewöhnlicher Ort für ein tropisches Regenwalderlebnis in Sussex, aber genau darum geht es. Die Natur passt sich an. So auch ein verlassenes viktorianisches Gebäude.

Wer hätte gedacht, dass man ein Gewächshaus braucht, um den Hunger zu verstehen?