Naturschützer bereiten sich auf die Rückkehr der Fischadler an die Südküste Englands vor, was die erste bestätigte Brutpräsenz in der Region seit fast zwei Jahrhunderten darstellt. Ein Pionierpaar wird voraussichtlich Ende März von seiner jährlichen Wanderung aus Westafrika eintreffen, was einen bedeutenden Meilenstein in der Erholung der Art darstellt.
Die Wiederherstellung einer verlorenen Art
Seit 180 Jahren gibt es an der englischen Südküste keine Fischadler mehr als Brutvögel. Ihr Wiederauftauchen ist das Ergebnis eines sorgfältig verwalteten Wiederansiedlungsprogramms, das 2017 von der Wohltätigkeitsorganisation Birds of Poole Harbour ins Leben gerufen wurde. Dieses Programm beinhaltete die Freilassung junger, in Schottland geschlüpfter Fischadler in Dorset mit dem Ziel, eine sich selbst erhaltende Population aufzubauen.
Die Bemühungen scheinen zu greifen. Im Jahr 2025 nistete ein zweites Brutpaar erfolgreich in der Gegend, und Experten gehen davon aus, dass sich im Jahr 2026 ein drittes Paar bilden könnte. Sam Ryde, ein Vertreter der Wohltätigkeitsorganisation, stellt fest, dass ein im Jahr 2023 geschlüpftes junges Fischadlermännchen Interesse daran gezeigt hat, in die Region zurückzukehren, wenn es das Brutalter erreicht.
Die Herausforderungen der Fernmigration
Allerdings ist die Wiedereinführung nicht ohne Risiken. Die Fischadlerwanderung ist tückisch; Nur etwa 30 % der Jungvögel überleben ihre ersten Fernreisen. Das Schicksal vermisster Personen bleibt weitgehend ungeklärt, da viele von ihnen über keine Ortungsgeräte verfügen. Zu den potenziellen Bedrohungen zählen Raubtiere durch Krokodile und Schakale in Afrika sowie tödliche Stürme über dem Atlantischen Ozean.
Fischadler-Verhalten: Loyalität gegenüber dem Ort, nicht gegenüber dem Partner
Trotz des romantisierten Bildes von Fischadlern als lebenslange monogame Partner betont Ryde, dass sie in erster Linie ihren Nistplätzen gegenüber loyal sind und nicht einzelnen Partnern. Dieser Pragmatismus zeigt sich im Erfolg von Zuchtpaaren wie CJ7 und 022, die in den letzten zwei Jahren außergewöhnliche acht Küken geschlüpft haben.
Die Rückkehr der Fischadler nach Südengland zeigt das Potenzial für eine Artenerholung durch gezielte Schutzbemühungen. Die langfristige Nachhaltigkeit dieser Population wird von der Minderung der Migrationsrisiken und einer kontinuierlichen Überwachung abhängen.
