Die ersten Fälle, in denen Menschen mit Drohnen transportiert werden, werden wahrscheinlich keine eleganten, zertifizierten Flugtaxis sein. Stattdessen geschehen sie bereits in Form grober Modifikationen von Frachtdrohnen, die zum Transport von Kampfopfern und Kriminellen eingesetzt werden. Das klingt vielleicht nach Science-Fiction, aber die grundlegende Technologie ist einfach genug, um jetzt implementiert zu werden, was unmittelbare Sicherheitsbedenken aufwirft.
Der Aufstieg der Schwerlastdrohnen
Während Unternehmen wie Volocopter, EHang und Eve Air Mobility auf eine Luftfahrtzertifizierung für Passagierdrohnen hinarbeiten, werden kommerzielle Drohnen für schwere Frachten immer günstiger und leistungsfähiger. Der DJI FlyCart 100 zum Beispiel kann für etwas mehr als 10.000 £ 85 Kilogramm transportieren. Diese Drohnen sind nicht für Menschen konzipiert, aber das wird einige Betreiber nicht davon abhalten, sie trotzdem zu verwenden. Das Fehlen strenger Vorschriften in einigen Bereichen bedeutet, dass eine frühzeitige Einführung eher von der Notwendigkeit als von Sicherheitsstandards bestimmt wird.
Kriegsgebiete: Ein erster Anwendungsfall
In der Ukraine, wo Drohnenkrieg an der Tagesordnung ist, ist die schnelle Evakuierung verwundeter Soldaten eine Frage von Leben und Tod. Hubschrauber sind ideal, aber zu anfällig. Unbemannte Bodenfahrzeuge sind bereits im Einsatz, aber Luftdrohnen ermöglichen eine schnellere und reibungslosere Fahrt zur fortgeschrittenen medizinischen Versorgung. Die ukrainischen Streitkräfte haben Berichten zufolge Drohnen für die Evakuierung von Verletzten getestet und dabei erkannt, dass ein rechtzeitiger Transport die Überlebensraten dramatisch erhöht. Die Dringlichkeit ist klar: Einen verwundeten Soldaten innerhalb der „goldenen Stunde“ in ein Krankenhaus zu bringen, kann den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten.
„Solche Drohnen werden unweigerlich auftauchen, da es die Überlebensrate dramatisch erhöht, wenn ein schwer verwundeter Soldat innerhalb der ‚goldenen Stunde‘ in eine fortgeschrittene medizinische Versorgung gelangt.“ — Roy Gardiner, Verteidigungstechniker für die Ukraine.
Kriminelle Anwendungen: Schmuggel und Gewinnung
Auch außerhalb von Kriegsgebieten zeigen kriminelle Organisationen Interesse an menschentragenden Drohnen. DroneSec, ein in Australien ansässiges Geheimdienstunternehmen, hat erhöhte Aktivitäten in diesem Bereich festgestellt. Ein aktuelles Video des in Pakistan ansässigen Unternehmens Lashkar-e-Taiba zeigt eine Schwerlastdrohne, die einen Passagier in einem Trainingslager befördert. Diese Gruppen befassen sich nicht mit Sicherheitsvorschriften; Sie gehören zu den ersten Innovatoren bei der Überwindung physischer Barrieren.
Die möglichen Einsatzmöglichkeiten sind alarmierend: Menschenschmuggel über sichere Grenzen, Gefangene aus Einrichtungen holen oder sogar bewaffnete Terroristen in Sperrgebiete transportieren. Hohe Mauern, Flüsse und Schluchten – einst als undurchdringlich galten – werden zu irrelevanten Hindernissen.
Die Zukunft unregulierter Drohnenflüge
Kommerzielle Passagierdrohnen werden irgendwann über strenge Sicherheitsmerkmale verfügen. Doch für diejenigen, die bereit sind, das Risiko einzugehen, sind unregulierte Drohnenflüge bereits Realität. Ganz gleich, ob es sich um einen verzweifelten Soldaten oder eine kriminelle Organisation handelt, die Nachfrage nach schnellen, diskreten Transportmitteln wird die Einführung dieser Technologien vorantreiben, lange bevor die Luftfahrtbehörden aufholen. Dies bedeutet einen wachsenden Bedarf an Grenzsicherung und Anlagenverteidigung, die Bedrohungen aus der Luft Rechnung tragen.
Die Entwicklung ist unausweichlich. Die Frage ist nicht, ob Menschen mit nicht zertifizierten Drohnen fliegen werden, sondern wann und wo.

























