Das unerwartete Vergnügen der Schadenfreude: Warum wir uns heimlich über das Unglück anderer freuen

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Wenn Sie sich das nächste Mal dabei ertappen, wie Sie ein Lachen unterdrücken, weil jemand stolpert oder seinen Kaffee verschüttet, haben Sie kein schlechtes Gewissen. Dieses Aufflackern der Zufriedenheit ist ein normales, universelles menschliches Gefühl – ein Phänomen, das die Deutschen Schadenfreude (SHAH-den-froy-duh) nennen, was übersetzt „Schadenfreude“ bedeutet. Auch wenn es sich falsch anfühlt, das zuzugeben, deuten Untersuchungen darauf hin, dass Freude am Unglück einer anderen Person überraschend häufig vorkommt und komplexe Wurzeln in unserer Psychologie und unseren sozialen Interaktionen hat.

Die Wissenschaft hinter böswilliger Freude

Wissenschaftler interessieren sich zunehmend dafür, warum wir Schadenfreude erleben. Es geht nicht nur um Grausamkeit; Es hängt oft mit Fairness, Wettbewerb oder einfach dem Gefühl der Erleichterung zusammen, dass wir nicht diejenigen sind, die scheitern. Studien zeigen, dass bereits kleine Kinder diese Emotion zeigen, wie die Psychologin Simone Shamay-Tsoory von der Universität Haifa nachgewiesen hat. Ihre Forschung ergab, dass Kleinkinder glücklich sind, wenn ihre Mutter einem anderen Kind mehr Aufmerksamkeit schenkt, insbesondere wenn die Mutter später „aus Versehen“ einen kleinen Rückschlag erleidet, wie zum Beispiel das Verschütten von Wasser. Diese frühe Schadenfreude scheint in einem Sinn für Gerechtigkeit zu wurzeln: Jemandem, der unfair war, eine negative Konsequenz zu erleben.

Mit zunehmendem Alter entwickeln sich die Auslöser. Während Kinder in erster Linie „Gerechtigkeits“-Schadenfreude empfinden, empfinden Teenager eher Freude, wenn jemand, den sie nicht mögen, scheitert – ein „Abneigungs“-Typ. Dieser Wandel geht mit einer komplexeren moralischen Entwicklung einher und kann leider zu aggressivem Verhalten wie Cybermobbing eskalieren, insbesondere in Umgebungen, in denen Freundlichkeit nicht erwartet wird.

Die Rolle des Gehirns bei Schadenfreude

Gehirnscans mittels fMRT zeigen, dass Schadenfreude keine einfache Emotion ist; es ist neurologisch komplex. Wenn wir Zeuge des Unglücks eines anderen werden, insbesondere wenn wir ihn um seinen Erfolg beneiden, kommt es zu Aktivitätsspitzen im anterioren cingulären Kortex, einer Region, die mit Schmerzen verbunden ist. Wenn sie dann stolpern, wird das ventrale Striatum – das Belohnungszentrum des Gehirns – aktiviert. Dies deutet darauf hin, dass Schadenfreude unsere eigenen Gefühle der Unzulänglichkeit beruhigt, indem sie uns vorübergehend das Gefühl gibt, überlegen zu sein. Es geht nicht nur darum, ihr Leiden zu genießen; es geht darum, den Gleichgewichtssinn wiederherzustellen.

Die Kehrseite: Von der Kleinlichkeit zum Missbrauch

Obwohl Schadenfreude oft harmlos ist, kann sie ein gefährlicher Abgrund sein. Personen, die sich häufig damit beschäftigen, neigen dazu, manipulativ, emotional distanziert und sozial aggressiv zu sein. Dies kann zu Mobbing, der Verbreitung von Gerüchten oder der Bildung exklusiver Cliquen führen. Die wichtigste Erkenntnis ist, dass unkontrollierte Schadenfreude nicht nur ein flüchtiges Gefühl ist; es kann schädliche Verhaltensweisen im Laufe der Zeit verstärken.

Die Kraft der Vergebung

Wenn Sie auf den Untergang einer anderen Person fixiert sind, empfehlen Psychologen, Vergebung zu kultivieren. Nicht als Entschuldigung für ihr Handeln, sondern als Möglichkeit, sich aus dem Kreislauf der Negativität zu befreien. Das Festhalten an Wut und Groll aktiviert die Kampf-oder-Flucht-Reaktion des Gehirns, was zu langfristigem Stress und Gesundheitsproblemen führt. Vergebung bedeutet nicht, Fehlverhalten zu dulden; Es bedeutet, sich dafür zu entscheiden, sich davon nicht verzehren zu lassen.

Schadenfreude für immer nutzen?

Überraschenderweise lässt sich Schadenfreude sogar konstruktiv kanalisieren. Die Verbraucherpsychologin Yael Zemack-Rugar von der University of Central Florida hat herausgefunden, dass Spendenaktionen mit spielerischen Demütigungselementen – wie Dunk Tanks oder Kuchenwurfkabinen – mehr Geld einbringen. Der Reiz liegt in der vorübergehenden Umkehrung der Machtdynamik, die es den Teilnehmern ermöglicht, „Autoritätsfiguren auf harmlose Weise aus dem Weg zu räumen“.

Letztendlich ist Schadenfreude ein komplexer Teil der menschlichen Erfahrung. Das Erkennen ihrer Existenz, das Verstehen ihrer Auslöser und der Umgang mit ihren dunkleren Impulsen sind entscheidend für die Aufrechterhaltung gesunder Beziehungen und die Verhinderung der Eskalation schädlicher Verhaltensweisen. Auch wenn es uns vielleicht nicht immer gefällt, es zu spüren, wird es nicht verschwinden, wenn wir so tun, als ob es nicht existiert.