Eine neu identifizierte Dinosaurierart, Foskeia pelendonum, die in der spanischen Provinz Burgos ausgegraben wurde, stellt lang gehegte Annahmen über die Evolution der Dinosaurier in Frage. Das Lebewesen, das vor etwa 120 Millionen Jahren in der frühen Kreidezeit lebte, war bemerkenswert klein – etwa so groß wie ein modernes Huhn.
Ein einzigartiger Fund im Fossilienbestand
Foskeia pelendonum gehörte zu den Rhabdodontomorpha, einer Gruppe pflanzenfressender ornithischer Dinosaurier. Seine geringe Statur unterscheidet ihn jedoch von vielen seiner größeren Verwandten. Paläontologen stellen fest, dass seine geringe Größe nicht gleichbedeutend mit Einfachheit ist; vielmehr weist der Schädel hochspezialisierte und ungewöhnliche Merkmale auf.
„Das ist kein ‚Mini-Iguanodon‘, es ist etwas grundlegend anderes“, erklärt Dr. Tábat Zanesco Ferreira von der Universidade Federal do Rio de Janeiro. Die Entdeckung füllt eine entscheidende Lücke im Fossilienbestand von 70 Millionen Jahren und liefert einen Schlüssel zum Verständnis eines bisher fehlenden Kapitels in der Geschichte der Dinosaurier.
Wachstum, Stoffwechsel und evolutionäre Verbindungen
An der Fundstelle Vegagete in Burgos wurden versteinerte Überreste von mindestens fünf Individuen geborgen, die bestätigen, dass es sich bei mindestens einem Exemplar um einen ausgewachsenen Erwachsenen handelte. Die histologische Analyse der Knochen legt nahe, dass der Dinosaurier eine Stoffwechselrate hatte, die mit der von kleinen Säugetieren oder Vögeln vergleichbar war. Das bedeutet, dass das Tier wahrscheinlich schnell wuchs und im Verhältnis zu seiner Größe eine hohe Energiezufuhr benötigte.
Die Art ist eine Schwestergruppe des australischen Dinosauriers Muttaburrasaurus innerhalb der Rhabdodontomorpha und erweitert die europäische Gruppe Rhabdodontia. Forscher schlagen vor, dass pflanzenfressende Dinosaurier eine natürliche Gruppe namens Phytodinosaurien bilden, obwohl dies eine Hypothese bleibt, die einer weiteren Validierung bedarf.
Herausfordernde Annahmen über die Evolution
Trotz seiner geringen Größe weist Foskeia pelendonum spezielle Zähne und wechselnde Körperhaltungen während des Wachstums auf, was darauf hindeutet, dass die Kreatur in dichten Wäldern auf Geschwindigkeitsschübe angewiesen war. Die Entdeckung unterstreicht, dass die Evolution bei kleineren Körpergrößen ebenso experimentell verlief wie bei großen Dinosauriern.
„Diese Fossilien beweisen, dass die Evolution bei kleinen Körpergrößen ebenso radikal experimentiert hat wie bei großen“, sagte Dr. Paul-Emile Dieudonné von der National University of Río Negro.
Die Forschung unterstreicht die Bedeutung der Untersuchung unvollständiger und fragmentierter Fossilien, da selbst bescheidene Überreste unser Verständnis des prähistorischen Lebens revolutionieren können. Die Entdeckung wird in einem in Papers in Palaeontology veröffentlichten Artikel detailliert beschrieben.
Letztendlich zeigt Foskeia pelendonum, dass die Evolution der Dinosaurier weitaus vielfältiger und unvorhersehbarer war als bisher angenommen. Seine einzigartige Anatomie und evolutionären Beziehungen zwingen Wissenschaftler dazu, lang gehegte Annahmen über die Anpassung und das Gedeihen der Dinosaurier zu überdenken.


























