Bundesrichter stellt Windparkprojekt in Rhode Island wieder her, das von der Trump-Administration blockiert wurde

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Ein Bundesrichter hat die jüngste Aussetzung des 6,2 Milliarden US-Dollar teuren Revolution Wind-Projekts durch die Trump-Regierung aufgehoben und damit die Wiederaufnahme der Bauarbeiten vor der Küste von Rhode Island ermöglicht. Das am Montag von Richter Royce Lamberth vom US-Bezirksgericht für den District of Columbia erlassene Urteil stellte fest, dass die Entscheidung des Innenministeriums, das Projekt zu stoppen, ohne ausreichende Begründung getroffen wurde.

Hintergrund: Der Stillstand der Trump-Administration

Letzten Monat ordnete die Trump-Regierung unter Berufung auf vage „nationale Sicherheitsbedenken“ abrupt einen Stopp der Arbeiten an Revolution Wind und vier weiteren Offshore-Windkraftprojekten entlang der Ostküste an. Dieser Schritt löste sofortige rechtliche Anfechtungen seitens mehrerer Bundesstaaten und Projektentwickler aus. Der Fall Revolution Wind war der erste, der zu einem Gerichtsurteil kam.

Das Urteil des Richters

Richter Lamberth beschrieb die Suspendierungsanordnung des Innenministeriums als „willkürlich und kapriziös“**, einen Verstoß gegen Bundesrecht. Der Richter betonte, dass das Bureau of Ocean Energy Management (BOEM) keine klare Erklärung abgegeben habe, inwiefern das Projekt ein Sicherheitsrisiko darstellte oder warum ein Baustopp diese Bedenken ausräumen würde.

„Angeblich neue Verschlusssachen stellen keine ausreichende Erklärung für die Entscheidung des Büros dar, die Arbeit am Revolution Wind-Projekt vollständig einzustellen“, erklärte Richter Lamberth vor Gericht.

Die Entscheidung ist ein vorübergehender Gewinn für Orsted, den dänischen Energieriesen hinter Revolution Wind, und für die gesamte Offshore-Windindustrie. Der Bau kann nun fortgesetzt werden, während die rechtlichen Anfechtungen gegen die Trump-Regierung weitergehen.

Warum das wichtig ist

Dieser Fall verdeutlicht einen größeren Trend: die wiederholten Versuche der Trump-Regierung, unter der Biden-Regierung genehmigte Projekte für erneuerbare Energien zu untergraben. Der abrupte Stopp mehrerer Windparks gab Anlass zur Besorgnis über politische Eingriffe in die Energieentwicklung und die Stabilität langfristiger Infrastrukturprojekte.

Der Schritt wirft in diesem Zusammenhang auch Fragen zur Definition von „nationaler Sicherheit“ auf, da keine konkreten Beweise öffentlich veröffentlicht wurden, die die Behauptungen der Regierung stützen würden. Die Tatsache, dass ein von Reagan ernannter Richter die Suspendierung aufhob, deutet darauf hin, dass die Begründung der Regierung einer rechtlichen Prüfung nicht standgehalten hat.

Nächste Schritte

Orsted hat Pläne angekündigt, den Bau „so schnell wie möglich“ wieder aufzunehmen, um den Nordosten mit Strom zu versorgen. Das Innenministerium hat sich zu dem Urteil noch nicht geäußert.

Der Rechtsstreit gegen die Trump-Regierung wird weitergehen, und das Ergebnis könnte einen Präzedenzfall für künftige Anfechtungen politisch motivierter Aussetzungen genehmigter Energieprojekte darstellen.

Dieses Urteil unterstreicht die Bedeutung einer klaren rechtlichen Begründung, wenn Bundesbehörden Maßnahmen ergreifen, die große Infrastrukturprojekte stören.