Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass gängige Schlaftabletten vorübergehend die Konzentration toxischer Proteine, die mit der Alzheimer-Krankheit in Zusammenhang stehen, im Gehirn reduzieren können. Eine kleine Studie der Washington University in St. Louis ergab, dass Teilnehmer, die Suvorexant, ein häufig verschriebenes Mittel gegen Schlaflosigkeit, einnahmen, nach nur zwei Nächten der Anwendung einen leichten Rückgang der Amyloid-Beta- und Tau-Proteine – beides Schlüsselmarker der Alzheimer-Pathologie – erlebten.
Der Zusammenhang zwischen Schlaf und Alzheimer
Der Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und Alzheimer wird immer klarer. Schlafstörungen gehen häufig einem kognitiven Verfall voraus, und wenn Symptome wie Gedächtnisverlust auftreten, erreichen die Amyloid-Beta-Plaque-Werte im Gehirn bereits ihren Höhepunkt. Forscher gehen davon aus, dass eine Verbesserung des Schlafes es dem Gehirn ermöglichen könnte, diese Proteine und andere Stoffwechselabfallprodukte effektiver auszuscheiden.
An der in Annals of Neurology veröffentlichten Studie nahmen 38 Erwachsene mittleren Alters ohne bestehende Schlaf- oder kognitive Probleme teil. Den Teilnehmern wurde entweder Suvorexant oder ein Placebo verabreicht, und Proben der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit wurden analysiert, um den Proteingehalt über 36 Stunden zu messen.
Wichtige Erkenntnisse und Vorbehalte
Die Ergebnisse zeigten, dass Suvorexant die Amyloid-Beta-Konzentrationen im Vergleich zum Placebo um 10–20 % senkte. Die höhere Dosis senkte vorübergehend auch die Spiegel von hyperphosphoryliertem Tau, einer Form des Tau-Proteins, das mit dem Absterben von Neuronen in Verbindung gebracht wird. Diese Auswirkungen waren jedoch nur von kurzer Dauer; Der Tau-Spiegel stieg innerhalb von 24 Stunden wieder an.
Forscher legen großen Wert auf Vorsicht bei diesen Ergebnissen. Die Studie war kurz und umfasste eine begrenzte Stichprobengröße, was bedeutet, dass die Ergebnisse nicht sofort als vorbeugende Maßnahme angewendet werden können. Die Einnahme von Schlaftabletten über einen längeren Zeitraum kann zur Abhängigkeit führen und manche können sogar die Schlafqualität beeinträchtigen, anstatt sie zu verbessern.
Das sich entwickelnde Verständnis der Alzheimer-Krankheit
Die Studie unterstreicht den Bedarf an weiterer Forschung, wirft aber auch ein Schlaglicht auf eine breitere Debatte im Alzheimer-Bereich. Der seit langem gehegte Glaube, dass die Anhäufung von Amyloid-Beta Alzheimer verursacht, wird zunehmend kritisch hinterfragt, da jahrzehntelange Forschung zu Amyloid keine wirksamen Behandlungsmöglichkeiten hervorgebracht hat.
Der Neurologe Brendan Lucey, der die Studie leitete, schlägt vor, dass zukünftige Forschungen die langfristigen Auswirkungen von Schlaftabletten auf den Proteinspiegel bei älteren Erwachsenen untersuchen sollten, wobei er die möglichen Nachteile anerkennt.
„Wir sind noch nicht ganz am Ziel“, sagte Lucey und fügte hinzu, dass die Verbesserung der allgemeinen Schlafhygiene und die Behandlung von Erkrankungen wie Schlafapnoe weiterhin sinnvolle Ansätze für die Gesundheit des Gehirns seien.
Der Zusammenhang zwischen Schlaf und Alzheimer bleibt komplex, aber diese Studie liefert weitere Beweise dafür, dass die Priorisierung von gutem Schlaf ein wichtiger Schritt zur Abmilderung des kognitiven Verfalls sein kann.


























