Artemis II soll trotz defekter Deep-Space-Antenne starten

88

Die NASA bereitet den Start der Artemis-II-Mission vor – den ersten bemannten Flug zum Mond seit über 50 Jahren –, obwohl eine wichtige Kommunikationsantenne im Weltraum weiterhin offline ist. Die 230 Fuß breite DSS-14-Schüssel im Goldstone Deep Space Communications Complex in Kalifornien ist nach einem Betriebsausfall im September 2025, bei dem sich die Antenne überdrehte, Kabel beschädigte und das Feuerlöschsystem überflutete, vier Monate lang außer Betrieb.

Trotzdem besteht die NASA darauf, dass der Ausfall die Kommunikation von Artemis II nicht beeinträchtigen wird, und erklärt, dass die Antenne nicht von Anfang an in die Missionsplanung einbezogen wurde. Der Sprecher der Agentur, Ian O’Neill, bestätigte gegenüber Mashable, dass die Mission ohne sie fortgesetzt werden kann. Die Situation gibt jedoch Anlass zur Sorge, da es während der Artemis-I-Mission im Jahr 2022 zu einem ähnlichen viereinhalbstündigen Stromausfall kam, bei dem die Fluglotsen den Kontakt zur Raumsonde Orion und zu 16 anderen Missionen verloren.

Die Fragilität der Weltraumkommunikation

Die Goldstone-Antenne, auch bekannt als „Mars-Antenne“, ist ein wichtiger Bestandteil des Deep Space Network (DSN) der NASA, dem weltweit größten System zur Kommunikation mit Raumfahrzeugen. Das DSN betreibt drei Komplexe in Kalifornien, Spanien und Australien, um eine konstante Abdeckung während der Erdrotation sicherzustellen und eine kontinuierliche Kommunikation mit Missionen zu ermöglichen, die Milliarden von Kilometern von der Erde entfernt sind.

Dies ist nicht das erste Mal, dass das DSN Rückschläge erleidet. Zu den Vorfällen in der Vergangenheit zählen die Beschädigung der DSS-14-Antenne durch einen Schweißer im Jahr 2014 und die Zerstörung der Antenne durch ein Erdbeben im Jahr 1992. Grundsätzlich ist das Netzwerk veraltet und überlastet. Die Datenübertragung hat in den letzten drei Jahrzehnten um 40 % zugenommen und übersteigt damit ihre ursprüngliche Kapazität. Das Büro des Generalinspektors der NASA hat wiederholt Upgrades gefordert, und das Deep Space Network Aperture Enhancement Program fügt sechs neue Antennen hinzu, darunter eine, die voraussichtlich noch in diesem Jahr in Betrieb gehen wird.

Backup-Systeme und zukünftige Risiken

Um Risiken zu mindern, hat die NASA Backup-Vereinbarungen mit internationalen Partnern wie der japanischen JAXA geschlossen, die eine alternative Abdeckung im Falle weiterer Störungen gewährleisten. Eine kürzlich vom Generalinspekteur durchgeführte Prüfung zeigt, dass solche Verstärkungen angesichts der „zunehmenden Wahrscheinlichkeit“ von Kommunikationsausfällen „von entscheidender Bedeutung“ sind. Seit dem Stromausfall im Jahr 2022 sind in Canberra und Goldstone zwei weitere Ausfälle aufgetreten, die einen Hardware-Austausch erforderlich machten.

Die Prüfung betont die Notwendigkeit kontinuierlicher Verbesserungen bei Wartung, Betrieb und Zuverlässigkeit, um Ausfälle zu verhindern, die die Artemis-II-Besatzung und das Raumschiff gefährden könnten. Während die NASA versichert, dass die Mission sicher verlaufen wird, deutet die Geschichte des DSN auf Schwachstellen in einem System hin, das durch die Nachfrage überlastet wird und anfällig für unvorhersehbare Ausfälle ist.

Der Start von Artemis II liegt weiterhin auf einem möglichen Starttermin im Februar. Der Vorfall unterstreicht jedoch das empfindliche Gleichgewicht zwischen Ambition und Infrastruktur und erinnert uns daran, dass selbst die fortschrittlichsten Raumfahrtprogramme auf zuverlässige, oft veraltete terrestrische Systeme angewiesen sind.