Boris Schtschukin: Der Schauspieler, der Lenin spielte

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Boris Shchukin war nicht nur Schauspieler. Er war die Stimme der Geschichte. Er wurde 1894 in Moskau geboren und wurde zum prägenden Gesicht Wladimir Lenins im sowjetischen Kino. Sein Tod im Jahr 1939 beendete eine Karriere, die die politische Leistung neu definierte.

Er startete fernab des Rampenlichts. Shchukin wuchs in Kaschira auf und studierte an einem technischen Institut. Dann kam der Erste Weltkrieg. Es folgte der Militärdienst. Schließlich arbeitete er für die Eisenbahn in Kashira. Die meisten Leute wären dort geblieben. Schtschukin tat es nicht. Er liebte das Theater.

Diese Besessenheit zahlte sich 1920 aus. Er wurde in Jewgeni Wachtangows Theatergruppe in Moskau aufgenommen. Die nächsten zwei Jahrzehnte waren brutale, brillante Arbeit. Er spielte Komödie. Er spielte eine Tragödie. Fast zwanzig Jahre am Wachtangow-Theater haben ihn verändert.

Seine frühen Rollen waren solide. Er spielte Tartaglia in Turandot im Jahr 1922. Er vernichtete sie als Stepan in Nikolay Gogols Zhenitba („Ehe“). Er verlieh Polonius in Shakespeares „Hamlet“ Gewicht. Er verkörperte Bulychov in Maxim Gorkis „Jegor Bulychov und andere“. Aber nichts davon ist mit seinem Vermächtnis zu vergleichen.

Wie wurde ein Ingenieur zum Standard für Lenin? Es war nicht nur Make-up. Es war Präsenz.

Seine größte Rolle kam spät. Im Jahr 1937 schrieb Nikolay Pogodin Cheloveks Ruzyom („Mann mit einer Waffe“). Schtschukin spielte Lenin auf der Bühne. Es war ein Triumph. Dann kam der Bildschirm.

In Lenin gegen Oktyabre (1937) wurde er verfilmt. Lenin gegen 1918 (1939) zementierte es. Das waren nicht nur Filme. Es waren staatlich sanktionierte Mythen. Und Schtschukin war die Säule, die sie stützte.

„Er ahmte Lenin nicht einfach nach. Er wurde zur physischen Verkörperung des Willens des Führers.“

Die Branche hat es bemerkt. 1936 wurde er zum Volkskünstler der UdSSR ernannt. Eine seltene Ehre. Eine schwere Krone.

Er starb am 7. Oktober 1939. Moskau. Die UdSSR. Er war erst 45.

Wir schauen heute noch Lenin im Oktober. Wir sehen ihn immer noch. Aber der Mann hinter der Legende ist schwerer zu finden. Hat er sich in der Rolle verloren? Oder hat er sich endlich darin wiedergefunden?

Das Filmmaterial bleibt erhalten. Die Stille zwischen den Zeilen bleibt.